Verfasst von Hampus Suomela - kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr erfahren möchten.
Die Pandemie hat uns in vielerlei Hinsicht beeinflusst – sowohl in unserem privaten Verhalten als auch in unseren Arbeitsroutinen. Ein Infektionsausbruch ist in einer Kontrollraumumgebung besonders kritisch. Wenn sich ein komplettes Schichtteam mit einem Virus infiziert und zudem das Risiko besteht, die Infektion an das nächste Schichtteam weiterzugeben, kann dies weitreichende Folgen für uns alle haben.
Die meisten Tätigkeiten, die in Kontrollräumen ausgeführt werden, sind notwendig, um wichtige gesellschaftliche Funktionen aufrechtzuerhalten. Aus Gründen der Cybersicherheit und Betriebssicherheit können und sollten diese Aufgaben nicht vom Homeoffice aus gesteuert werden.
Kontrollraumbediener tragen dazu bei, dass unsere Haushalte mit Energie versorgt werden, Lebensmittel auf unseren Tischen stehen und sauberes Wasser aus unseren Wasserhähnen fließt. Wenn diese Prozesse nicht aufrechterhalten werden können, entstehen Probleme, die weit über ein EBIT-Ergebnis hinausgehen. Die Bediener sind unsere Helden und müssen mit allen möglichen Maßnahmen geschützt werden. Es liegt in unserer Verantwortung, für eine sichere Arbeitsumgebung zu sorgen.
Gleichzeitig sind sich Bediener ihrer persönlichen Gesundheit zunehmend bewusster geworden. Sie wissen, wie wichtig ein sicherer Arbeitsplatz ist, der gleichzeitig konzentriertes Arbeiten ermöglicht – insbesondere, da sie diesen Arbeitsplatz mit anderen Bedienern innerhalb eines Schichtteams teilen. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch allein reicht heute nicht mehr aus, um die besten Bediener für ein Unternehmen zu gewinnen. Wir müssen die zukünftigen Bedürfnisse der Bediener grundlegend neu betrachten und Arbeitsumgebungen schaffen, die Wohlbefinden aktiv fördern – statt lediglich einen Tisch für eine Vielzahl von Bildschirmen bereitzustellen.
Zusammenarbeit vs. Social Distancing
Zusammenarbeit ist in heutigen Betriebszentralen entscheidend für einen erfolgreichen Betrieb. Die Zusammenführung von Funktionen und Arbeitsplätzen war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Trend bei der Gestaltung neuer Kontrollräume. Die direkte Zusammenarbeit von Angesicht zu Angesicht ermöglicht schnelle Analysen sowie schnelle und fundierte Entscheidungen. Studien zeigen jedoch auch, dass offene Bürolandschaften die direkte persönliche Kommunikation um bis zu 70 % reduzieren können. Wie können wir echte Zusammenarbeit fördern, um Wissen weiterzugeben und uns sowie unsere Kollegen intellektuell zu inspirieren? Die Zusammenarbeit zugunsten von Kosteneinsparungen einzuschränken oder sie lediglich aus wirtschaftlichen Gründen zu fördern, sollte sorgfältig hinterfragt werden.
Zusammenarbeit in einem Kontrollraum ist ein entscheidender Faktor für einen erfolgreichen Betrieb. Sowohl die Zusammenarbeit als auch die Konsolidierung von Kontrollräumen waren in den vergangenen Jahren wichtige Trends bei der Gestaltung neuer Kontrollräume. Die direkte persönliche Zusammenarbeit unterstützt schnelle Analysen und ermöglicht schnelle und richtige Entscheidungen. Sie hilft außerdem dabei, Wissen weiterzugeben und den fachlichen Austausch zu fördern. Daher sollten wir bei der Zusammenarbeit in Kontrollräumen möglichst keine Kompromisse eingehen.
Stattdessen müssen wir uns fragen, in welchen Situationen wir hinsichtlich des notwendigen Abstands zueinander den größten Risiken ausgesetzt sind und wie wir diese Risiken reduzieren können.
Bei der traditionellen Kontrollraumgestaltung wurde versucht, möglichst viele Bediener auf möglichst kleinem Raum unterzubringen. Die Einhaltung ausreichender Abstände kann insbesondere bei Stillständen, Produktionsunterbrechungen sowie bei wöchentlichen oder täglichen Besprechungen, wie beispielsweise Schichtübergaben, eine Herausforderung darstellen.
CDE hat bei der Gestaltung von Kontrollräumen mitgewirkt, die eine Zusammenarbeit in Echtzeit ermöglichen, obwohl die Bediener viele Kilometer voneinander entfernt arbeiten. Dabei bleibt dennoch das Gefühl persönlicher Nähe und gemeinsamer Zusammenarbeit erhalten.
Ein weiterer Prototyp, der für einen Kunden entwickelt wurde, ist das Wellby-Bedienpult. Es verfügt über verstellbare Schallbarrieren, die den Geräuschpegel reduzieren, wenn höchste Konzentration erforderlich ist, sich aber öffnen lassen, wenn Zusammenarbeit gefragt ist. Die Schallabsorber dienen zudem als Schutzbarrieren in Situationen, in denen besondere Vorsichtsmaßnahmen gegen die Übertragung von Viren erforderlich sind.

Traditionelle 24/7-Bedienpulte werden zu einer ergonomischen Mikroumgebung
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Planung eines Kontrollraums ist das Wohlbefinden und die Sicherheit der Bediener. Dies sollte bei der Gestaltung von Kontrollräumen immer höchste Priorität haben. Ziel ist es, den Bedienern die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können – insbesondere in kritischen Situationen.
Bei der Gestaltung eines Kontrollraums müssen wir einerseits die gesamte Arbeitsumgebung berücksichtigen, uns aber vor allem darauf konzentrieren, wie wir die Mikroumgebung für den einzelnen Bediener verbessern können. Viele Kontrollraumkonzepte betrachten die Bediener als eine homogene Gruppe – doch das entspricht keineswegs der Realität. Schauen Sie sich einfach Ihr eigenes Arbeitsteam an: Manche arbeiten am besten in Ruhe und vielleicht bei hellem Licht, während andere gerne Musik hören und eine dunklere Umgebung bevorzugen. Manche sitzen, andere arbeiten lieber im Stehen. Dennoch sind viele Kontrollräume so gestaltet, dass die Bediener in langen Reihen neben- und hintereinander sitzen, ohne die Möglichkeit, ungestört zu arbeiten oder ihre persönliche Umgebung hinsichtlich Ergonomie, Beleuchtung und Temperatur individuell anzupassen.
Darüber hinaus kann die Arbeit im Kontrollraum neue Herausforderungen für die Bediener mit sich bringen. Tag für Tag im Sitzen Daten zu analysieren, kann monoton sein, und Ermüdung ist ein bekanntes Problem in Kontrollräumen. Deshalb ist es wichtig, die Bediener zu motivieren und sie während des gesamten Gestaltungsprozesses einzubeziehen.
Kurze Fragen an Pierre Schäring, Gründer von CDE:
Was ist das größte Risiko, wenn Kontrollräume nach traditionellen Richtlinien und gängigen Planungsprinzipien gestaltet werden?
Schon vor der Pandemie waren diese traditionellen Planungsprinzipien überholt, da die klassische Philosophie computergestützter Kontrollräume zunehmend durch einen digitalisierten technologischen Ansatz ersetzt wurde.
Welche Arbeitsschritte können aufgrund von Hygieneanforderungen und notwendigem Abstand ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringen?
Stillstände bergen ein erhöhtes Risiko, da wir alle erforderlichen Kompetenzen an einem Ort zusammenbringen müssen. Auch Schichtübergaben erhöhen das Risiko. Hier müssen wir besonders vorsichtig sein, da die Gefahr besteht, dass Infektionen zwischen den Schichtteams übertragen werden. Da Schichtübergaben täglich stattfinden, sollten wir besonderen Wert darauf legen, sichere Bereiche für diese Art von Besprechungen zu schaffen.
Können Pausen und Schichtübergaben stattfinden, ohne Kompromisse bei Sicherheit und Abstand einzugehen?
Ja, aber wir müssen auf ausreichenden Abstand achten und digitale Alternativen anbieten.
Welche Ausrüstung kann im Hinblick auf Hygiene und Abstand ein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen?
Tastaturen und Mäuse, andere gemeinsam genutzte technische Geräte wie Funkgeräte, Arbeitsflächen sowie Gemeinschaftsbereiche wie Toiletten und Teeküchen).






